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Programm 2013

Das Vortragsprogramm auf dem World Usability Day 2013 in Köln am 14.11.2013 beginnt um 17.00h und endet um 20.00h. In der Pause von 18.00h - 18.30h stehen für die Teilnehmer Speisen und Getränke am kalten Büffet bereit.

Moderation: 
Prof. Dr. Gerhard Hartmann, Professor für Informatik (Mensch-Computer Interaktion), Institut für Informatik der Fachhochschule Köln

 17.00h - 17.30h Anforderungen an Usability im Gesundheitswesen – welche sind das eigentlich? 
Thomas Geis, ProContext Consulting GmbH

Hersteller von Medizinprodukten sind seit 2007 aufgefordert, einen gebrauchstauglichkeits-orientierten Entwicklungsprozess für jedes Medizinprodukt zu installieren und die Ergebnisse dieses Prozesses zu dokumentieren. Das Produkt selbst ist hierbei nur eines der Ergebnisse des Entwicklungsprozesses. Nutzungsszenarien für den besten und günstigsten Fall sowie Nutzungsanforderungen müssen systematisch erhoben werden. So soll insbesondere verhindert werden, dass Anforderungen an die Nutzung der Medizinprodukte übersehen werden, die bei Nichtbeachtung eine Gefahr für Patienten und Benutzer selbst darstellen. Im Vortrag werden die Inhalte der DIN EN 62366 "Anwendung der Gebrauchstauglichkeit auf Medizinprodukte" praxisnah beleuchtet und Beispiele für die Anwendung gezeigt.
 
   
 17.30h - 18.00h Usability-Testing von Medizinprodukten – worauf kommt es an?
Torsten Gruchmann, uselab GmbH

Spätestens am Ende des Entwicklungsprozesses muss aus Herstellersicht abschließend die Frage beantwortet werden, ob das Produkt sicher und ohne unvertretbare Risiken eingesetzt werden kann. Dies geschieht im Rahmen von sogenannten summativen Usability-Tests. Summative Usability-Tests verlangen ein stringentes Vorgehen. Geht es doch beim Thema Usability für Medizinprodukte vorrangig um die Frage: Welche Fehler könnten Benutzer am Produkt machen, die eine Gefahr für den Patienten oder ihn selbst darstellen? Wie kann das Medizinprodukt selbst Benutzerfehlern vorbeugen? Um zu überprüfen, ob am Ende des Entwicklungsprozesses alle getroffenen Maßnahmen wirksam sind und ob das Produkt sicher eingesetzt werden kann, müssen bei summativen Usability-Tests Szenarien definiert werden, die den alltäglichen Einsatz der unterschiedlichen Anwendergruppen wiederspiegeln und andererseits die sicherheitskritischen "Stolperstellen" beinhalten. Im Vortrag wird gezeigt, wie ein professionelles, herstellerunabhängiges Unternehmen hierbei vorgeht.
   
 18.00h - 18.30h Sichere Handhabung von Medizinprodukten – was sagt der TÜV?
Stephan Scheuer, TÜV Rheinland

Die sichere Handhabung von Medizinprodukten unter Berücksichtigung der Usability wurde 2010 nochmals präziser in der Medizinprodukterichtlinie verankert. Sind diese grundlegenden Anforderungen bereits in der Industrie angekommen und werden Sie auch effizient umgesetzt? Hersteller bestreiten unterschiedliche Wege die gesetzlichen Forderungen an die Usability zu erfüllen, zum Teil verfolgen sie damit auch weiterreichende Ziele. 


 18:30h - 19.00h Pause - Erfahrungsaustausch am kalten Büffet
   
 19.00h -19.30h            Herstellungsprozess von Medizinprodukten aus  Herstellersicht – was verändert sich gerade? 
Melanie Aust, QIAGEN GmbH

Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, um auf der einen Seite die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und auf der anderen Seite die Vorteile des Usability Engineerings zu nutzen? Dies ist möglich, indem man den Usability Engineering Prozess in den existierenden Medizinprodukteentwicklungsprozess integriert. Damit sind die Stakeholder, die für die Erfüllung der normativen Anforderungen und für die Produktqualität verantwortlich sind, automatisch eingebunden. Bei QIAGEN wurde ein Kompetenzcenter „UCD“ innerhalb der Entwicklungsabteilung gebildet, welches aus den Disziplinen Requirements Engineering, Usability Engineering und Risikomanagement besteht. Aufgabe ist es, die entsprechenden Prozesse zu definieren und zutrainieren, sowie Usability Engineering in der Produktentwicklung umzusetzen.



 19.30h - 20.00h Aktuelle Forschungen im Bereich "User Experience in Health Care"
Christiane Grünloh, Fachhochschule Köln

Anwendungen im Bereich Gesundheit und Fitness boomen. Die technischen Entwicklungen der letzten Jahre bieten neuartige Verwendungsmöglichkeiten wie z.B. "Quantified-Self" - die Vermessung des Selbst. Dadurch wird das Smartphone schnell zum "medizinischen Gerät". Darin spiegelt sich das veränderte Rollenverständnis in der Arzt-Patienten-Beziehung wider, denn viele Patienten möchten heute eine aktivere Rolle spielen und haben ein hohes Informations- und Beratungsbedürfnis. Doch was bedeutet es für das Informationsdesign, wenn medizinische Informationen dem Patienten zugänglich gemacht werden? Welche Dimensionen der "User Experience" müssen in dieser Domäne berücksichtigt werden? Im Vortrag werden anhand von Beispielen Potentiale und Schwierigkeiten von Anwendungen im Bereich Gesundheit und Medizin diskutiert.